Betreibungsverfahren

Zahlt ein Schuldner seine offene Forderung auch nach Zahlungserinnerung und Mahnungen nicht, bleibt dem Gläubiger die Option, ein Betreibungsverfahren einzuleiten. Eine Betreibung ist nichts anderes, als der gerichtliche Forderungseinzug. Kommt es aussergerichtlich zu keiner Einigung, so kann der Gläubiger einen Antrag auf Betreibungsbegehren beim zuständigen Betreibungsamt stellen.

Das Betreibungsamt erlässt daraufhin einen Zahlungsbefehl, auf den der Schuldner wie folgt reagieren kann:

  1. Zahlt er innert 20 Tagen, wird die Betreibung eingestellt.
  2. Erhebt er Rechtsvorschlag innert 10 Tagen, wir das Verfahren gestoppt. Über ein Rechtsöffnungsverfahren oder einen ordentlichen Zivilprozess, kann der Gläubiger den Rechtsvorschlag beseitigen lassen und ein Fortsetzungsbegehren beantragen. Verliert er hingegen den Prozess, so wird das Verfahren eingestellt.
  3. Unternimmt der säumige Zahler nichts, so kann der Gläubiger oder das beauftragte Inkasso Büro direkt einen Antrag auf Fortsetzungsbegehren stellen.

Nächster Schritt: Pfändungsverfahren

Im nächsten Schritt erlässt das Betreibungsamt eine Pfändungsankündigung und kündigt möglicherweise einen Hausbesuch an. Eine Pfändungsurkunde wird ausgestellt, in der sämtliche pfändbare Sachen aufgelistet werden. Neben Sachen gehört auch Einkommen während eines Pfändungsjahres dazu.

Ist nun klar, welche Sachen gepfändet werden können, gibt es wiederum drei Möglichkeiten, ein solches Verfahren fortzusetzen:

  1. Der Gläubiger stellt ein Verwertungsbegehren. Somit werden pfändbare Sachen durch öffentliche Versteigerung oder Freihandkauf mit Zuschlag zu Geld gemacht.
  2. Ist der Gläubiger damit einverstanden, kann eine stille Pfändung gemäss Art. 123 SchKG vereinbart werden. In diesem Fall hat der Schuldner die Zahlungen selbst zu verantworten. Zahlungen werden nicht durch das Betreibungsamt eingezogen. Vorteil: Der Arbeitgeber erhält keine Kenntnis von dem Pfändungsverfahren.
  3. Es erfolgt eine Anzeige an den Arbeitgeber des Schuldners. Über die Lohnpfändung werden offene Forderungen, soweit möglich, beglichen.

Kann die offene Forderung trotz Pfändung nicht gedeckt werden, so stellt das Betreibungsamt entsprechend Pfändungsverlustscheine aus. In diesem Fall kann innert 6 Monaten ein neues Fortsetzungsbegehren ohne erneuten Zahlungsbefehl beantragt werden. Grundsätzlich gilt: Das Pfändungsergebnis wird abzüglich der entstandenen Kosten im Gläubigerkreis der gleichen Pfändungsgruppe verteilt. Krankenkassen werden bei der Verteilung bevorzugt behandelt.

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